Unterschiede Salben, Cremes, Lotionen

#1 von Margitta , 23.06.2019 10:56

Unterschiede Salben, Cremes, Lotionen
Definition von Salben im DAB :

Salben sind halbfeste Zubereitungen, die zur Anwendung auf der Haut oder einigen Schleimhäuten bestimmt sind. Sie sollen eine lokale Wirkung ausüben, Wirkstoffe perkutan

zur Resorption bringen oder eine erweichende oder schützende Wirkung auf die Haut ausüben

und haben ein homogenes Aussehen.

Bevor ich jetzt genauer auf das eigentliche Thema eingehe möchte ich Ihnen kurz den Aufbau

und die verschiedenen Funktionen der Haut erklären.

Die Haut

- die Haut überzieht den gesamten Körper und ist somit unser größtes menschliches

Organ

-

- sie nimmt eine Fläche von 2m ein und wiegt zwischen 8 und 20 kg ( das ist ca. 1/6

unseres Körpergewichtes )

-

- Sie ist ein mehrschichtiges Organ ; man unterscheidet :

-

- Oberhaut ( = Epidermis ) mit Haaren, Nägeln, Drüsen; Hauptbestandteil: Hornzellen

- Lederhaut ( = Dermis ) v.a. Bindegewebe

- Unterhaut ( = Subcutis) großer Anteil an Fettzellen

-

jede dieser Schichten hat wichtige Aufgaben und Funktionen:

-

- Sie ist zum einen Grenzorgan

-

- Sie schützt vor äußeren schädlichen Faktoren, wie Infektionen durch Keime aber auch

vor Strahlenschäden

-

- Sie ist beteiligt an der Regulation der Körpertemperatur (Verdunstung des Schweißes)

-

- Sie ist ein wichtiger Wasserspeicher (Wassergehalt der obersten Hautschicht 10-20%)

-

- Sie ist ein Sekretionsorgan, sie gibt z.B. Schweiß und Fett ab

-

- Sie ist ein Kontakt- und Sinnesorgan. Sensoren in der Haut leiten Druck- Temperaturoder

Schmerzreize weiter, so dass lebensnotwendige Informationen verarbeitet werden.

Hier sehen Sie jetzt einmal den Aufbau der Haut mit den drei Schichten :

Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut.

Oberhaut: besteht v.a. aus Hornzellen, Zellen für Pigmentbildung, für das Immunsystem

und Nervenzellen

Lederhaut: hat Blutgefäße, ernährt die Oberhaut

besteht aus Bindegewebe wichtig für Elastizität

Unterhaut: lockeres Bindegewebe, viele Fettzellen

Als weitere Strukturen sind Haarfollikel, Talg- und Schweißdrüsen zu erkennen,

die auch wichtig sind für die Schutzfunktion der Haut.

Die Talgdrüsen übernehmen die Rückfettung der Hautoberfläche.

Das Sekret der Schweißdrüsen bildet einen Säureschutzmantel auf der Haut

Diese beiden Körperflüssigkeiten bilden den sog. Hydro-Lipid-Film auf der Haut.

Er vermindert, dass zu viel Wasser durch die Haut ein- oder ausdringt und erhöht die

Widerstandsfähigkeit gegen Säuren, Laugen und gegen Bakterien.

Eine besondere Bedeutung hat die äußerste Hautschicht, die sog. Hornschicht.

Sie verhindert das Eindringen von Schadstoffen und schützt den Körper gleichzeitig vor dem

Austrocknen.

Wie macht Sie das?

Die Hornschicht ist wie eine Mauer aufgebaut und bildet so einen mechanischen Schutzwall

. Gebildet wird diese Mauer von den Korneozyten.

Diese Zellen enthalten außerdem noch Stoffe die die Fähigkeit besitzen Wasser zu binden,

und zwar das Wasser das aus dem Körper heraus will (Verhindern so Verdunstung)

Diese Stoffe nennt man natürliche Feuchthaltefaktoren, z.B. Harnstoff, Organische Säuren

und Salze zählen dazu.

Zusätzlich befinden sich zwischen den Zellen noch Lipide, das sind Fette, die abdichtend

wirken und verhindern dass zu viel Wasser aus dem Körper entweicht.

Diese Schutzmechanismen bewirken, dass bei intakter Haut immer nur so viel Wasser an der

Hautoberfläche abgegeben wird, wie für den Organismus gut ist.

Wird dieses System jedoch gestört, was durch sehr viele versch. Faktoren geschehen kann,

sei es durch Verletzungen, Krankheiten ( z.B. Neurodermitis ),durch zu häufiges Reinigen

mit Seifen oder Putzmitteln oder auch einfach durch das Altern der Haut kommt es zu

unterschiedlich ausgeprägten Hautproblemen.

So muß man beim Problem der trockenen Haut immer bedenken, dass der Haut meist nicht

nur Fett fehlt, sondern dass oft auch ein Feuchtigkeitsmangel besteht, da durch die

geschädigte Hornschicht mehr Wasser entweicht.

Je nach Hautproblem muss man dann entscheiden, ob die Haut am besten mit einer Salbe,

einer Creme oder einer Lotion gepflegt werden sollte, was mich wieder zum eigentlichen

Thema zurückbringt.

Unterschied von Salben Cremes und Lotionen

Wenn wir uns nochmals an die Definition von Salben ( lat. = Unguenta ) im DAB erinnern,

sind das halbfeste Zubereitungen, die auf die Haut aufgetragen werden.

Sie sollen dort eine bestimmte Wirkung auf die Haut haben, z.B. ihr Fett oder Feuchtigkeit

zuführen, Entzündungen oder Verletzungen heilen u.s.w.

Oder sie enthalten Wirkstoffe die über die Haut resorbiert werden sollen, d.h. die Wirkstoffe

gelangen durch die Haut hindurch in die Blutbahn des Körpers und entfalten dort ihre

Wirkung.

Weiterhin können sie eine erweichende oder schützende Wirkung auf die Haut ausüben.

Wichtig ist auch ein homogenes Aussehen was zum Teil Probleme mit sich bringt, wenn es

sich um Zubereitungen handelt, die aus mehreren Komponenten bestehen.

Salben können aus einer einfachen oder zusammengesetzten Grundlage bestehen, in die man

verschiedene Wirkstoffe einarbeiten kann.

Die Grundlagen können aus natürlichen oder synthetischen Substanzen bestehen.

Sie können hydrophile oder hydrophobe ( lipophile ) Eigenschaften haben

Hydrophil bedeutet wasserliebend und hydrophob bzw. lipophil fettliebend.

Und sie können geeignete Zusätze enthalten, wie z.B. Konservierungsmittel, Antioxidantien,

Stabilisatoren, Emulgatoren und Verdickungsmittel.

Diese grundlegenden Eigenschaften sind allen Zubereitungen gleich.

Im DAB wird erst dann unterschieden in Salben, Cremes, Gele und Pasten.

Salben:

Salben im engeren Sinne bestehen aus einer einheitlichen Grundlage

Man unterscheidet:

Hydrophile Salben: ihre Grundlagen sind mit Wasser mischbar.

( meist ein Gemisch aus Macrogolen)

sie können Wasser enthalten

Hydrophobe Salben: sie können nur kleine Mengen Wasser aufnehmen

Grundlagen z.B. Vaselin, Paraffine, Öle, Fette, Wachse, u.s.w.

Wasseraufnehmende Salben: sie können mehr Wasser aufnehmen

Grundlagen sind die der hydrophoben Salben in die zusätzlich

ein sog. Emulgator eingearbeitet wird ( ein W/O Emulgator )

Emulgatoren:

Hilfsstoffe, die einsetzt werden, um eine hydrophile und eine lipophile Phase miteinander

mischen zu können.

Normalerweise wenn man z. B. ein Öl in Wasser gibt bekommt man zwei getrennte Phasen. Das

Öl schwimmt oben auf dem Wasser. Doch das ist natürlich nicht erwünscht, denn laut der

Definition im DAB muß eine Salbe ein homogenes Aussehen haben.

Deshalb benötigt man Emulgatoren.

Emulgatoren sind in der Lage sich sowohl mit Fett als auch mit Wasser zu verbinden und

erreichen so dass das Wasser gleichmäßig in der Salbengrundlage verteilt bleibt.

Man unterscheidet versch. Typen von Emulgatoren :

Wasser-in-Öl ( W/O ) Emulgatoren:

Werden in Salben verwendet, wo die sog. Äußere Phase, d.h. die Grundlage der Salbe eine

hydrophobe also ölige Grundlage ist in der dann kleinere Mengen einer wässrigen Phase verteilt

werden sollen.

Öl-in-Wasser ( O/W ) Emulgatoren:

Hier ist die Äußere Phase d.h. die Grundlage der Zubereitung die wässrige Phase in der dann

kleinere Mengen einer öligen Phase verteilt werden sollen.

Nachteil bei der Anwendung von Emulgatoren ist dass manche Menschen allergische Reaktionen

zeigen und es Probleme mit der Verträglichkeit gibt.

Cremes:

Cremes sind mehrphasige Zubereitungen, die aus einer lipophilen und einer wässrigen

Phase bestehen. Sie enthalten Emulgatoren.

Cremes bestehen meist zu ca. 30 – 50 % aus Wasser

Man unterscheidet:

Hydrophobe Cremes: die äußere Phase ist lipophil

( die Fettphase umschließt die feinverteilte wässrige Phase)

sie enthalten Emulgatoren vom Wasser-in-Öl-Typ ( z.B. Wollfett )

sind mischbar mit Fett und hinterlassen einen Fettfilm auf der Haut

Hydrophile Cremes: die äußere Phase ist wässrig ( umschließt die Fetttröpfchen )

sie enthalten Öl-in-Wasser-Emulgatoren ( z.B. Polysorbate ) evtl

gemischt mit W/O-Emulgatoren

sind mischbar mit Wasser und mit Wasser abwaschbar

Creme zieht gut ein und hinterlässt keinen Fettglanz auf der Haut

Ein Problem bei wasserhaltigen Zubereitungen ist, dass durch das Wasser in der Creme das

Bakterienwachstum stark zunimmt. Man muß nahezu allen wasserhaltigen Cremes

Konservierungsmittel zusetzen, um eine längere Haltbarkeit zu erreichen. Leider reagieren

heutzutage immer mehr Menschen allergisch auf die Konservierungsmittel.

Lotionen:

Sind eigentlich eine Form der Cremes, jedoch mit einem höheren Anteil an Wasser.

Sie bestehen meist zu ca. 70% aus Wasser und sind meist flüssiger als Cremes.

Sie enthalten Spreitmittel, sodaß sie sich besser verteilen lassen

Gele:

Gele bestehen aus gelierten Flüssigkeiten, die mit Hilfe geeigneter Quellmittel hergestellt

werden.

Man unterscheidet:

Hydrophobe Gele = Oleogele: Grundlagen sind flüssige Paraffine oder fette Öle

Quellmittel sind z.B. Zinkseifen

Hydrophile Gele = Hydrogele: Grundlagen sind Wasser, Glycerol oder Propylenglycol

Quellmittel z.B. Stärke,Cellulosederivate ( Gelatine )

Pasten:

Pasten bestehen aus einer Salbengrundlage, in welcher große Anteile eines oder mehrerer

Pulver fein verteilt sind. Z.B. Zinkpaste. Je mehr Pulver eine Paste enthält, desto härter ist sie

und desto stärker austrocknend wirkt sie. Eine weiche Paste mit mehr Fettanteil wirkt stärker

fettend und abdeckend ( okkludierend )

In der normalen Hautpflege werden Pasten kaum verwendet. Sie werden z.B. bei Babys im

Windelbereich als Hautschutz genutzt oder um die Ränder einer chronischen Wunde

abzudecken. Durch die Paste wird die Haut abgedeckt und es kommt zu einem Wärmestau.

Damit haben wir die wichtigsten Merkmale der verschiedenen Zubereitungen kennengelernt.

Hier eine kurze Zusammenfassung und Bewertung:

Salben : bestehen aus einer einheitlichen Grundlage, meistens eine fette Grundlage

können kleine Mengen Wasser enthalten

decken die Haut gut ab und weichen die obersten Hornschichten auf,

( daher sind sie gut geeignet Verkrustungen zu lösen )

unter der Fettschicht staut sich die Feuchtigkeit der Haut; es kommt zur Quellung

( wie in einem Plastikhandschuh, den man über die Hand zieht )

dadurch können Wirkstoffe die Haut besonders gut durchdringen

werden angewendet bei chronischen Hauterkrankungen und sehr trockener Haut

man kann sie als Schutzfilm vor versch. äußeren Einflüssen auftragen

z.B.Schutz vor Spül- oder Putzmitteln oder auch als Kälteschutz im Winter

lassen sich schlecht verteilen, schlecht abwaschen und hinterlassen einen Fettfilm

Cremes: sind mehrphasige Zubereitungen, bestehend aus einer wässrigen und einer

lipophilen Phase und Emulgator/en

W/O-Cremes: sie enthalten mehr Fett und wirken rückfettend auf die Haut

hinterlassen einen Fettglanz auf der Haut

v.a. bei trockener Haut und chron. Hauterkrankungen. verwenden

O/W-Cremes: wasserliebende Cremes, leicht mit Wasser abspülbar

zieht gut ein und hinterlässt keinen Fettglanz

spenden viel Feuchtigkeit

Lotionen: mehrphasige Zubereitungen wie Cremes mit höherem Wasseranteil (ca.70%)

spenden viel Feuchtigkeit

besitzen sog. Spreitungsmittel, sodaß sie sich besser auf der Hautoberfläche

verteilen lassen. Deshalb sollen sie nur für den Körper und nicht im Gesicht

angewendet werden, da die Gefahr besteht dass sie ins Auge fließen und es zu

Reizungen und Unverträglichkeiten kommt.

Gele: bestehen aus Flüssigkeiten, die durch Zusätze geliert werden

Hydrogele haben eine gute Kühlwirkung und werden deshalb z.B. bei Sonnenbrand

und Insektenstichen angewendet

nicht für langfristige Anwendung geeignet, da sie die Haut austrocknen

 
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Hautpflege im Winter

#2 von Margitta , 04.01.2021 15:52

Hautpflege im Winter

Im Winter produziert die Haut geringere Mengen Talg. Viele Mensch haben daher in der kalten Jahreszeit Probleme mit der Haut, auch weil mehr Feuchtigkeit durch die Haut verdunsten kann als in Zeiten, in denen sie durch Fettfilm geschützt wir.

Im Winter wenn die Haut trockener ist als zu anderen Jahreszeiten, ist es besonders wichtig, sie noch zusätzlich zu belasten. Das bedeutet auch , seltener kürzer und kälter zu duschen oder zu baden- einmal in der Woche zu baden und jeden zweiten Tag fünf bis zehn Minuten bei einer Temperatur von höchstens 36 Grad zu duschen, ist in der Regel ausrechend.
An anderen Tagen reicht es aus, sich gründlich zu waschen. Auf Pflegeprodukte, die Alkohol enthalten, sollte besser verzichtet werden, denn sie trocknen die Haut zusätzlich aus.
Eine Waschlotion oder ein Duschgel, das in etwa denselben ph-Wert (ph= 5) besitzt, oder aber rückfettende Duschgels sind besonders günstig für die Haut im Winter.
Im Anschluss an die Dusche oder Bad empfiehlt es sich, die Haut gründlich einzucremen- mit einer fettreicheren Creme als im Sommer, z. B. einer Wasser-in Öl- Emulsion. Menschen die von Haus aus eine eher fettige Haut haben, sollten auf weniger fettreiche und feuchtigkeitsspende Pflegprodukte zurückgreifen, z. B. eine Öl–in Wasser – Emulsion. Die Haut der Hände und das Gesicht bedarf es im Winter besonderer Beachtung, da sie den Witterungsverhältnissen direkt ausgesetzt ist.
Auch hier ist es sinnvoll, auf eine fettreichere Creme umzusteigen und sie bei Bedarf häufiger zu verwenden als in der wärmeren Jahreszeit.

Beginnt die Haut mehr zu spannen, ist dies in der Regel ein Zeichen dafür, dass sie mehr Fett benötigt. Die Lippen müssen im Winter ebenfalls gepflegt werden, damit si nicht rissig werden,- z.B. mit fettspendenden Lippenpflegestifte.
Auch im Winter an Sonnenschutz denken!
Viel trinken ( 1,5 l pro Tag ), ausgewogen ernähren (vitaminreiche Kost), genug schlafen ( täglich 7 Std.


 
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zuletzt bearbeitet 04.01.2021 | Top

RE: Hautpflege im Winter

#3 von Margitta , 04.05.2021 14:43

Seid Jahren pflege ich meine Haut mit Exipial Lipito, nun wollte ich mal einen Versuch starten mit Sana Vita, er ist gescheitert!
Sana Vita hat nicht genug Rückfettente Substanzen.
Ricardo auch hier im Forum hat mit nach Rücksprache beide ausprobiert und ist mit beiden gescheitert.
So unterschiedlich wirkt Creme auf der Haut und jeder Hauttyp ist anders.

 
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Zwei Hautkrankheiten gleichzeitig: Psoriasis und Pityriasis rubra pilaris
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